Sehbehinderung

Unsere Sinnesorgane informieren uns über uns selbst und unsere Umgebung, und das meistens ohne dass deren Funktion uns bewusst wird.

Da aber die Entwicklung des Menschen in der Richtung erfolgt ist, daß die Sinnesorgane sich diese Aufgabe nicht gleichmäßig aufgeteilt haben, und der größte Teil dieser Informationen (80 bis 90 %) durch das Sehen aufgenommen werden, wird ein teilweiser oder totaler Sehverlust als besonders schwer empfunden.

Was man unter Sehbehinderung und Blindheit versteht:

Von Sehbehinderung spricht man, wenn dem Betroffenen weniger als 30% der normalen Sehkraft verbleiben, von Schwerstsehbehinderung, wenn die Sehkraft kleiner als 5% oder 1/20, oder das Gesichtsfeld kleiner als 10° ist. Blindheit liegt vor, wenn die Sehkraft kleiner als 2% oder 1/50 ist.
Vom Gesetzgeber werden Schwerstsehbehinderung und Blindheit ohne Unterscheidung als Schwerstbehinderung (handicap grave) angesehen und geben Anrecht auf staatliche Vergünstigungen.

Der Augenarzt und der „Mann auf der Straße“ verstehen unter dem Begriff „Blindheit“ die Tatsache, daß die Augen gar keinen Lichtschein wahrnehmen. (cécité – Amaurose)

Sehbehinderung und Erblindung sind im höheren Alter häufiger und haben viele Ursachen.

Wenn schwere Sehbehinderung bei den unter 20-jährigen nur in 1 von 34000 Fällen auftritt, so ist deren Häufigkeit bei den 20 bis 40-jährigen 1 zu 3200 und bei den 40 bis 60-jährigen 1 zu 1300. Bei den über 60-jährigen steigt die Häufigkeit sprunghaft an, um bei den 60 bis 80-jährigen 1 zu 300 und bei den 80 bis 90-jährigen 1 zu 70 zu betragen. Bei den über 90-jährigen ist sogar 1 von 30 Personen von schwerer Sehbehinderung betroffen. Sehbehinderung und Blindheit sind also vor allem Probleme der älteren Bevölkerung, und in dem Ausmaß wie die Zahl älterer Mitbürger in unseren Reihen wächst, so nimmt auch die Zahl der Sehbehinderten und Blinden zu.