Die verschiedenen Sehbehinderungen

Netzhautdegeneration

Hier handelt es sich eigentlich um einen Sammelbegriff für alle altersbedingten Veränderungen der Netzhaut.
Die Makuladegeneration, von welcher eine feuchte und eine trockene Form unterschieden werden, ist die begrenzte Zerstörung der Makula (Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut).
Sie tritt als Komplikation verschiedener Erkrankungen in höherem Alter auf, wie zum Beispiel bei Bluthochdruck, Arteriosklerose, Thrombose der Zentralvene des Sehnervs oder Embolie der Zentralarterie des Auges. Krankheitszeichen: Verminderung der Sehkraft, welche im Laufe der Jahre progressiv und je nach Form zur Erblindung führen kann.

Behandlung:

Vor allem Behandlung der Grundkrankheiten.

Vorbeugung:

nur insofern möglich, wie Einfluss auf die Grunderkrankungen genommen werden kann.

Diabetische Retinopathie

Dies ist der medizinische Name für die Zerstörung der Netzhaut beim Zuckerkranken.
Ein jahrelang erhöhter Blutzucker, besonders wenn eine bestehende Diabeteserkrankung entweder jahrelang nicht erkannt oder ungenügend behandelt wurde, führt zu Veränderungen der kleinsten Blutgefässe in der Netzhaut (Mikroangiopathien), Wandveränderungen (Aneurysmen) und wiederholten kleinsten Blutungen.
Bei der Hälfte der Zuckerkranken ist dies nach 10 Jahren der Diabeteserkrankung, und bei fast allen nach 20 Jahren der Fall!
Die Retinopathie hat keine Krankheitszeichen und nur in fortgeschrittenem Stadium kommt es progressiv zu einer Verminderung der Sehkraft und schließlich zur Erblindung.

Behandlung ist nur in begrenztem Ausmaß möglich:

Photokoagulation der Netzhaut (= Laserbehandlung).

Vorbeugung:

bestmögliche Behandlung des Diabetes. Hier liegt die Verantwortung bei alle Beteiligten: Diabetiker, Angehörige und Arzt!

Grauer Star – Katarakt

Beim grauen Star handelt es sich um Trübungen der Augenlinse. Die Geschwindigkeit des Fortschreitens ist sehr unterschiedlich (Monate bis Jahrzehnte).

Ursachen:

Meistens handelt es sich um altersbedingte Linsentrübungen ab dem 50. bis 60. Lebensjahr. Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes), Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. Kortison), Augenverletzungen und Kontusionen, seltene angeborene Ursachen (Visusembryopathie, genetische Stoffwechselstörungen).

Symptome:

anfangs keine, erst im späteren Verlauf kommt es zu vermehrtem Blendungsgefühl, allmähliche Abnahme der Sehschärfe ohne Schmerzen, manchmal Doppelt- oder Vielfachsehen.

Behandlung:

Medikamentös gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten. Die operative Behandlung ist jedoch einfach und effizient: Staroperation (Kataraktextraktion) mit Entfernung der getrübten Linse (Phakoemulsifikation) und Implantation einer neuen Kunststofflinse.

Grüner Star – Glaukom

Hierbei handelt es sich um eine Gleichgewichtsstörung zwischen Zufluß und Abfluss der Flüssigkeit im Auge. Es kommt zu einem Druckanstieg im Auge über den Normalwert von 15 – 22 mm Hg und kommt bei 4% der über 50-Jährigen vor.
Symptome beim einfachen Glaukom mit einem Augeninnendruck von 22 – 50 mm Hg:
KEINE SCHMERZEN, aber 1 oder mehrere kleine, unbemerkte Gesichtsfeldausfälle (Skotome) in der Peripherie, die zusammenlaufen bis schließlich das Sehen im Zentrum der Netzhaut abnimmt. (Zerstörung der Sehnervenpapille!)
Symptome bei akutem Anfall mit einem Augeninnendruck von 50 – 100 mm Hg:
SCHMERZ, der oft nur als normale Kopfschmerzen interpretiert wird, Übelkeit, Brechreiz, Abnahme des Sehvermögens, Lichtscheu, tränendes Auge.

Behandlung:

  • Oral: Innendrucksenkende Mittel.
  • Lokal: Pupillenverengende Augentropfen strikt nach Anweisung des Arztes.
  • Operation zur Wiederherstellung eines geregelten Flüssigkeitsabflusses aus dem Augeninneren. Vorbeugung : ab dem 45. Lebensjahr regelmäßige Messung des Augeninnendrucks und Augenhintergrund-untersuchung.

Zerebrale Blindheit

Hier handelt es sich nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um einen Sammelbegriff für alle Erblindungen welche durch zerebrale Erkrankungen hervorgerufen werden, wie zum Beispiel eine Degeneration des Gehirns, eine Hirnatrophie oder eine Unterbrechung der Nervenleitungen zum Sehzentrum.

Krankheitszeichen:

massive Gesichtsfeldausfälle (+ Symptome der Primärerkrankung !)

Behandlung:

keine.